Versorgungssicherheit bei Energie: Stromgebotszonen aufteilen!

Energie ist Daseinsvorsorge. DIE LINKE fordert deshalb die Vergesellschaftung der Gasinfrastruktur. Die LINKE fordert außerdem die Trennung der Strompreisgebotszonen. Das spart Milliarden an Stromkosten und erhöht die Versorgungssicherheit, weil marktgetriebene Netzengpässe zwischen Nord nach Süd sich damit erübrigen. Windstrom müsste deutlich weniger abgeregelt werden.

Hier gibt es das Video zur Rede.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen!

Mit Beginn des russischen Angriffskrieges drohte eine Gasmangellage, auch weil alle Bundesregierungen zugelassen hatten, dass große Teile der Gasinfrastruktur an Russland verscherbelt wurden - und das ohne die Möglichkeit Deutschlands, Einfluss zu nehmen. Ihnen war billiges Erdgas wichtiger als der Ausbau heimischer Energieversorgung.

Zum Schutz einer stabilen Gasversorgung in der Krise 2022 schuf der Bundestag die Möglichkeit, die private Gasinfrastruktur, falls notwendig, zu steuern. Das soll bis 2027 verlängert werden, und das ist richtig.

(Beifall bei der LINKEN)

Energieversorgung - und dazu gehört auch die Gasversorgung - ist Daseinsvorsorge und muss dauerhaft gesichert sein. Deshalb fordern wir eine Vergesellschaftung der Gasinfrastruktur.

(Beifall bei der LINKEN - Zuruf von der AfD): Sie wollen alles enteignen!)

In Frankreich führten 2022 Havarien an Atomkraftwerken und deren Abschaltung wegen Dürre zur Blackout-Gefahr. Deutschland half dem Atomland Frankreich mit Strom über den Winter.

(Beifall bei der LINKEN - Sören Pellmann (DIE LINKE): Hört! Hört!)

Paradox ist: Wenn in Norddeutschland viel Windstrom erzeugt wurde, gab es Stromknappheit in Baden-Württemberg. Liebe Bürgerinnen und Bürger, als Techniker versuche ich, das Paradoxon zu erklären: Weht im Norden viel Wind, dann ist der Börsenstrompreis niedrig. Die Gaskraftwerke in Süddeutschland produzieren keinen Strom - es lohnt sich nicht. Die Stromtrassen reichen jedoch nicht, um den Windstrom komplett von Nord nach Süd zu transportieren. Windräder werden abgeschaltet, und zehnmal teurere Reservekraftwerke liefern dann statt der normalen Gaskraftwerke den Strom.

Selbst in der Krise hält die Bundesregierung bis heute an einer einheitlichen Stromgebotszone - die Ursache des Strommangels in Baden-Württemberg - fest. Fast 4 Milliarden Euro wird dieser Schwachsinn dieses Jahr kosten; nächstes Jahr werden es 5,5 Milliarden Euro sein. DIE LINKE will eine Aufspaltung dieser Gebotszone. Das spart Milliarden an Stromkosten und erhöht die Versorgungssicherheit.

Vielen Dank.

(Beifall bei der LINKEN)