Bomben schaffen keinen Frieden
Ralph Lenkert kritisiert die Äußerungen Albert Weilers nach mehr Waffenlieferungen in Krisengebiete bei MDR Aktuell am 20.10.2015:
Bomben schaffen keinen Frieden, maximal Friedhofsstille wird erreicht. Der Zynismus des CDU-Abgeordneten Weilers ist unglaublich. Mehr Waffen bedeuten mehr Kämpfe und mehr Tote. Aber eines stimmt, Tote können nicht fliehen. Mit Entsetzen habe ich deshalb die Forderung Weilers nach mehr Waffenlieferungen in Krisengebiete zur Kenntnis genommen.
Unverantwortlich und geradezu grotesk ist auch die Äußerung Weilers: „Wir wollen, dass die Menschen dort bleiben, wo sie sich wohlfühlen“. Die größte Fluchtwelle wurde durch Bombardierungen und wahlloses Morden verschiedener Kriegsparteien ausgelöst. Die Türkei rüstet die Terroristen des sog. "Islamischen Staates" (IS) auf, damit diese gegen Assad und die Kurden vorgehen. Die westlichen Staaten rüsten Kurden und auch Al-Qaida nahe Gruppen auf, damit diese gegen den IS und Assad kämpfen. Russland unterstützt dabei Assad gegen alle anderen. Saudi Arabien liefert deutsche Waffen an sunnitische Extremisten, die damit schiitische Moslems massakrieren. Die Zivilisten können zwischen den Fronten kaum ausweichen. Saudi Arabien überfällt den Jemen, auch mit deutschen Waffen. In allen Kriegsgebieten finden „ethnische Säuberungen“ statt. Wer nicht flieht, muss sterben.
Wie kann Herr Weiler da von einer Wohlfühl-Atmosphäre schwadronieren? Das entbehrt jeglicher Sachkenntnis, verhöhnt die zahlreichen Opfer und die lebensbedrohlichen Bedingungen in der Krisenregion.
DIE LINKE fordert ein sofortiges Waffenexportverbot in Krisengebiete. Statt Waffen zu liefern, braucht das Flüchtlingswerk der UNO Geld, um die Menschen in den Flüchtlingslagern versorgen zu können. Deutschland muss seine Verantwortung als Vermittler zwischen den Fronten endlich wahrnehmen, statt als Waffenexporteur zu verdienen.

