Arm und Reich, Diktatur und Demokratie
Der Montag beginnt mit einem fakultativen Termin um 5:00 am Morgen: das Bewundern des Nachthimmels. Nach dem Frühstück im Paranal Observatorium erhalten wir einen Rundgang durch das Basislager des Observatoriums, dessen Werkstätten und Sozialeinrichtungen und erhalten weitere Einblicke in die Abläufe und Instandsetzungsarbeiten der Anlage. Es ist gut, sich vor Ort ein umfassendes Bild über die Arbeit solcher Anlagen machen zu können: Immerhin wird das ESO aus Steuermitteln finanziert, auch aus Deutschland, das Mitglied der ESO ist. Um 10:30 Uhr verlassen wir das Observatorium und fahren zum Flughafen Antofagasta.
Auf der Fahrt dorthin fallen die krassen sozialen Gegensätze des Landes ins Auge: von Menschen, die in Zelten hausen bis hin zu den Hochhäusern der Städte. Wir fliegen zurück nach Santiago de Chile und kommen dort 15:15 Uhr an. Die Deutsche Botschaft holt uns am Flughafen ab und wir werden durch die Stadt geführt. Und auch hier fällt mir wieder auf: Chile ist durch starke soziale Gegensätze von Arm und Reich gekennzeichnet, sichtbar zwischen "armem Zentrum" und "reichem Bankenviertel". Interessant ist die Analyse des Stadtführers, der in Bezug auf die Diktatur Pinochet feststellt, dass besonders Ausgegrenzte und Benachteiligte die Diktatur als gut und die Demokratie als "nervig" empfinden. Ich denke an Deutschland, denn die Analyse trifft auch auf Deutschland und die AfD zu. An die Notwendigkeit, die Demokratie zu verteidigen, erinnert mich die Geschichte und das Denkmal für Salvador Allende.
19:15 Uhr geht es zum Arbeitsabendessen beim Botschafter und wir diskutieren über deutsche Entwicklungshilfe und die Schwierigkeiten vor Ort in Chile.




