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Deutschland muss seinen Anteil am Klimaschutz leisten

Um den CO2-Ausstoß zu verringern und damit eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder und Enkel zu erreichen, müssen schnellstmöglich Maßnahmen umgesetzt werden. DIE LINKE fordert, dass die Bundesregierung sich dazu verpflichtet, ein CO2-Budget einzuhalten, welches die Erfüllung des Pariser Klimaabkommens ermöglicht. Für eine konsequente Energiewende statt Zugeständnissen an die Öl-Lobby.

 

Rede anschauen: www.youtube.com/watch?v=8TAn8jI1ZjU

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Eltern haften für ihre Kinder - das ist juristischer Standard. Kinder haften und büßen für ihre Eltern - das ist die Realität bei der Klimakrise.

CO2 wird bei der Verbrennung von Kohle und Öl, bei der Produktion von Stahl und Zement, bei Waldbränden und bei der Moortrockenlegung freigesetzt. Das weiß jeder und jede. Ist es gerecht, dass Deutschland mit 1 Prozent der Weltbevölkerung für 2 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich ist? Ist es gerecht, dass Ölkonzerne und Energiemultis Milliardenprofite einstreichen und die Bundesregierung und der rechte Teil des Hauses sich einen Dreck um Meeresanstieg, Dürren, Starkregen und Überschwemmungen scheren? Das ist nicht gerecht.

(Beifall bei der LINKEN)

Ich dachte eben, als ich die demagogische Rechnung des Herrn Kraft gehört habe - das war das Weglassen von Fakten -: 

(Dr. Roland Hartwig (AfD): Welche?)

Korrekt, 120 Milliarden Tonnen CO2-Restbudget für das 1,5-Grad-Ziel wurden vor Jahren festgestellt. Aber was hat man inzwischen festgestellt? Wenn wir es als Menschheit schaffen, zusätzlich CO2 zu binden - durch Aufforstung, durch Wiedervernässung von Mooren und weitere Maßnahmen, durch stoffliche Bindung von CO2 -, dann haben wir noch zusätzlich 300 Milliarden Tonnen zur Verfügung. - Jetzt rechnen wir mal: 120 plus 300 macht wie viel? Na? Ich hoffe, Sie hatten Schulbildung in Rain am Lech. Das sind 420 Milliarden Tonnen, die wir noch zur Verfügung haben.

(Beifall bei der LINKEN - Zuruf des Abg. Dr. Rainer Kraft (AfD))

Jetzt kommt noch eines hinzu: Natürlich ist es für die AfD das Beste, Klimaschützer als Panikmacher zu bezeichnen, und meistens kommt dann noch die Behauptung, sie seien gekauft. Als Maschinenbautechniker liebe ich Zahlen. Ich habe mal die Spur des Geldes verfolgt. Allein der Umsatz der zehn größten Ölkonzerne betrug im letzten Jahr 2,7 Billionen Dollar. 2,7 Billionen! Unvorstellbar! Würde die Energiewende weltweit umgesetzt werden und eine CO2-neutrale Wirtschaft entstehen, würde dieser Umsatz um mehr als 99 Prozent sinken. 

(Simone Barrientos (DIE LINKE): Wahnsinn!)

Frage: Wer hat wohl ein Interesse daran, den Klimawandel zu leugnen und mit entsprechenden Strategien zu hinterlegen, also zu behaupten, dass das alles nicht stimmt?

(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)

Die Windkraftenergie mit ganzen 500 Milliarden Euro Umsatz im Jahr oder die Ölkonzerne, die ihr Geschäft verlieren?

(Beifall bei der LINKEN)

Sie lassen sich - genau - mit Petrodollars kaufen. 

(Dr. Rainer Kraft (AfD): Unverschämte Konnotation!)

Das sind Ihre verschlüsselten Finanzierungen, die Sie nicht bekannt geben. 

(Dr. Alexander Gauland (AfD): Das hätte ich mal gern, das Geld!)

Mit diesen Petrodollars werden Argumentationslinien gekauft - gegen den Klimawandel oder zur Verharmlosung des Klimawandels. Und das ist schäbig.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Aber Die Linke lässt sich nicht kaufen. Deswegen fordern wir ein verbindliches CO2-Budget für mehr Gerechtigkeit für unsere Kinder, damit wir jetzt in den Kohleausstieg einsteigen und die Chemie- und Stahlindustrie in Richtung Wasserstoff umgestalten. Jede Verzögerung in diesem Bereich ist schlecht für unsere Kinder. Wir müssen jetzt handeln, damit gilt: „Eltern sorgen für ihre Kinder“ statt „Kinder haften für Eltern“.
Vielen Dank.

(Beifall bei der LINKEN)