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Biogas – eigentlich unverzichtbar

Im Winter 1972-1973 gab es über Deutschland vier Wochen eine Omega-Wetterlage mit blockierendem Hoch. Von Mittelnorwegen bis Italien, von Ostpolen bis zur französischen Atlantikküste gab es kaum Wind. Selbst an den Küsten von Nord- und Ostsee war Flaute. Die Sonneneinstrahlung war jahreszeitlich bedingt gering, hinzu kamen Nebelfelder. Diese Wetterlage in einem 100-Prozent-Erneuerbaren Stromsystem ist die Herausforderung. Die tägliche deutsche Solarstromerzeugung tendierte gegen Null, Windkraftanlagen, on- und offshore, lieferten weniger als zehn Prozent der installierten Leistung. Laufwasserkraftwerke könnten wegen fehlender Niederschläge und fehlenden Gletscher-Schmelzwassers (Winter) ebenfalls nur eingeschränkt Leistung bereitstellen. In dieser Situation würden etwa 50 GW Leistung und mindestens 33 TWh Strommenge im deutschen Netz fehlen. Aus den Nachbarländern wäre bei ebenfalls erfolgter Umstellung auf erneuerbare Stromerzeugung keine Hilfe zu erwarten, unsere Nachbarn hätten selbst Versorgungsprobleme.

Einzig Biogasanlagen würden erneuerbaren Strom (+Wärme) bereitstellen können, oder eben Bio-Methan für Ersatzkraftwerke liefern, die im Falle von KWK-Anlagen auch die Abwärme für Nah- und Fernwärmenetze liefern.

Leider fehlt in vielen Energieszenarien die 4 Wochen-Extremwetterlage, die nach Analyse der Wetterdaten seit 1951 etwa alle 20-25 Jahre auftritt. Mit einer 2-wöchigen Dunkelflaute muss Deutschland jedes zweite Jahr rechnen. (eigene Analyse) Die Verlängerung der Förderung um fünf Jahre verschafft Zeit, um bis zur Neugestaltung der Förderung die Technologie Biogaserzeugung in Deutschland zu halten, Gülle sinnvoll zu verwerten und Biogas als speicherbare erneuerbare Energie zu nutzen. Dafür braucht es aus meiner Sicht andere Ansprüche an Förderung von Biogas. Biogasanlagen müssen zukünftig mit einer Reinigung für die Direkteinspeisung in das Erdgasnetz versehen werden, in das sie bei Stromüberschuss ihr Gas einspeichern. Das abgespaltene CO2 kann z.B. zur Methanisierung von Wasserstoff genutzt werden. Damit die Akzeptanz für Biogasanlagen steigt, muss es eine Leistungsbindung an verfügbare Flächen geben, also pro Watt und Hektar. Die Landwirtschaftsförderung muss angepasst werden, damit sich besserer Fruchtwechsel bei Energiepflanzen durchsetzt. Zusätzlich muss die Kopplung von Wasserstoffelektrolyse mit Biogasanlagen gefördert werden, das erhöht deren Methanausbeute. Aus meiner Sicht wird die Energiewende nur mit Biogasanlagen gelingen.