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Ralph Lenkert

Ätzendes Klima in neuen Autos

Ein neues leicht entzündliches Kühlmittel soll nach dem Willen der Autoindustrie in unsere PKW´s.  Dumm für PKW-Benutzer und Rettungskräfte ist nur, dass beim Verbrennen dieses Kühlmittels Fluorwasserstoff entsteht, der bei Kontakt mit Wasser zu Flusssäure wird. Diese giftigen Überbleibsel des Kühlmittels verätzen dann die Lungen von Unfallbeteiligten und Rettungskräften.

Laut einer neuen EU-Verordnung sollen neue Kühlmittel für Klimaanlagen nur noch einen GWP-Wert (Global-Warming Potential), von maximal 150 vorweisen (derzeit z.B. R134  ca. 1400).  Kohlendioxid hat den GWP-Wert = 1.

Von der  Automobilindustrie wird nun das Kühlmittel R 1234 yf bevorzugt. In der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion die Linke zu möglichen Gefahren dieses Kühlmittels wird die Gefährlichkeit von „R-1234yf“ bestätigt. Die Bundesregierung sieht jedoch keinen Handlungsbedarf. Sie verlässt sich auf die Automobilfirmen, obwohl der Produzent des Kühlmittels Honeywell in seinem Datenblatt schreibt, dass im Falle einer Entflammung des Mittels die Brandbekämpfung „aus der Ferne“ vollzogen werden sollte und selbst in diesem Falle sei ein „umgebungsunabhängiges Atemschutzgerät und ein Chemieschutzanzug zu tragen“ . Wenn dies für Rettungskräfte gilt muss man nicht viel Phantasie besitzen, um dass Gefährdungspotenzial für die Insassen eines Fahrzeuges im Falle eines Brandes zu erkennen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) gibt jedoch an, dass die Problematik beherrschbar sei. (Ölplattformen lassen grüßen). Bis heute ist die Zulassung von R 1234yf bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)nicht erfolgt und damit fehlt eine unabhängige Gefahreneinschätzung.
Dabei ist das neue Kältemittel nicht alternativlos. Inzwischen wurde nachgewiesen, dass CO2 als gesundheitlich unbedenkliches und unbrennbares Gas, in Klimaanlagen Verwendung finden könnte. Busse in Berlin werden bereits mit solchen Klimaanlagen ausgerüstet. Auch für PKW wären entsprechende Anlagen verfügbar – die kosten jedoch ca. 100,-Euro mehr als die derzeit verwendeten Anlagen, die mit dem Kühlmittel R 1234yf weitergenutzt werden könnten.

Doch statt zu veranlassen das CO2 statt „1234yf“ in Klimaanlagen verwendet werden soll, merkt das Antwortschreiben der Bundesregierung nur an: „Die Frage einer Unterstützung der Verwendung von CO2-Klimaanlagen […] stellt sich zur Zeit nicht, da die Automobilhersteller R 1234yf […] als globalen Kältemittelstandard einführen und derzeit keine CO2-Klima-anlagen [sic] in serienmäßigen PKW anbieten wollen.“
Liebe Autofahrer sollten Sie also vorhaben, sich ein neues Auto zu kaufen, denken Sie bitte auch gleich an den / die passenden Chemieschutzanzüge mit Atemmasken.  
Lieben Sie Ihr Leben und Ihre Gesundheit, dann verzichten Sie besser auf neue Klimaanlagen mit dem Kühlmittel R 1234yf.

Ralph Lenkert
Obmann für die Linke im Umweltausschuss des Bundestages