Ethanol-Beimischung bewirkt Nahrungsmittelknappheit und steigende Benzinpreise

Der Thüringer Bundestagsabgeordnete Ralph Lenkert fordert die Bundesregierung auf, die Zwangseinführung von SuperE10 zurückzunehmen.

Seit Januar 2011 wird 10 Prozent Alkohol in die Kraftstoffe gemischt. Damit hofft die Bundesrepublik, ihre Klimaziele zu erreichen. Denn aus nachwachsenden Pflanzen gewonnener Ethanol wird als CO2 neutraler Treibstoff eingestuft.

Aber gerade beim Klimaschutz müsse man komplex in globalen Maßstäben denken, meint Lenkert, der auch Obmann seiner Fraktion im Umweltausschuss ist. Er befürchtet eine zunehmende Nahrungsmittelknappheit und weiter steigende Benzinpreise.

Während in Europa wegen laufender Biogasnutzung, Lebensmittelproduktion und Agrarrohstoffversorgung bereits heute keine ausreichenden Flächen zur Verfügung stehen, wird der Alkohol aus der 3. Welt importiert. Da die Kraftstoffanbieter diesen Alkohol verpflichtend brauchen, kaufen sie dort die notwendigen Agrarpflanzen auf. In den Entwicklungsländern führt dies zur Umstellung der Nahrungsproduktion auf Energiepflanzenanbau. Die großen Kraftstoffanbieter arbeiten zudem mit Agrargroßunternehmen zusammen – diese verdrängen dann selbstständige Bauern. So werden vorhandene soziale Gefüge zerstört, weil ausreichend Land für den Nahrungsmittelanbau fehlt.

Durch die Alkohol- und die Beimischungskosten stieg auch der Benzinpreis.

Ältere Motoren werden zudem durch den hohen Alkoholanteil zerstört. Ab 2014 ist dies nach dem Auslaufen der Übergangsfrist unvermeidlich. Das freut die Autoindustrie. Wer sich aber hohe Benzinpreise und neue Autos nicht leisten kann, verliert Mobilität.

Die Umweltziele, die sich die Bundesrepublik gesetzt hat, sind nach Vorstellung der LINKEN auch durch konsequente Verkehrsvermeidung und einen Umstieg auf den Schienenverkehr zu erreichen. Lediglich in regionalen Kreisläufen wäre der Einsatz von Biotreibstoff akzeptabel.