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Deutsches Erdgas aus Fracking - Eine Lösung bei Gasmangel?

Sollte man angesichts des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise eine Aufhebung des Fracking-Verbots in Betracht ziehen?

Kurze Antwort: Nein.

Warum? In Anbetracht zunehmender Dürreereignisse mit der massiven Einschränkung des Angebotes an verfügbaren Oberflächenwasser muss Deutschland seine Grundwasserleiter noch stärker schützen, jede zusätzliche Gefährdung des Grundwassers ist verantwortungslos. Der Klimawandel schreitet voran, wir können es uns nicht leisten personelle, materielle und finanzielle Ressourcen für klimaschädliches Fracking zu verschwenden. Selbst kurzfristig bringt eine Konzentration der vorhandenen Ressourcen auf Speichertechnologien und den Ausbau von Wind-, Solar- und Bioenergie schneller und mehr Versorgungssicherheit in das Energiesystem. Fracking macht die Klimaschutzanstrengungen von Jahren zunichte.

Bei Fracking entweicht über die Jahrzehnte etwa 10 Prozent des Methan in die Atmosphäre. Da Methan die 24-fache Klimawirkung von CO2 besitzt, ist selbst die Verbrennung von Braunkohle weniger klimaschädlich als die Verbrennung von durch Fracking gewonnenes Erdgas. Unkonventionelle Gasförderung mit Fracking würde die Klimaziele Deutschland unerreichbar machen. 

Fracking-Bohrungen können nicht dabeihelfen, die Energiekrise kurzfristig abzumildern. Bei den derzeitigen Material- und Fachkräftemangel und bei noch nicht einmal begonnen Planungen ist es technisch unmöglich, nennenswerte Mengen Erdgas vor 2024 mittels Fracking in Deutschland zu fördern. Dazu kommen dann zusätzliche Zeiten für Genehmigungen und eventuelle gerichtliche Verfahren. Jede Arbeitsstunde, jeder Cent, die in die Scheinlösung Fracking investiert werden, fehlen für realistische Lösungsansätze, für Energiespeicher, für Regularien für Flexibilität und für Energieverbrauchsplanung.

Fracking ist eine Scheinlösung, je mehr Details man konkret lösen muss, je weiter weg ist die Nutzung.

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