Die Redaktion bewertete, ob von Internetnutzern an die Volksvertreter gestellte Fragen beantwortet werden und wie rasch das geschieht. Von den 622 Bundestagsabgeordneten erreichten immerhin 275 ein „sehr gut“, 169 fielen durch.
Der Wahlkreisabgeordnete Ralph Lenkert beantwortet alle Anfragen persönlich. „Bei speziellen Themen lasse ich mir die Fakten natürlich zuarbeiten“, sagt der 43-Jährige. Deutlich mehr Anfragen als auf Abgeordnetenwatch.de (im Bewertungszeitraum waren es neun) erreichen Lenkert über die E-Mail-Adresse seiner Homepage ralph-lenkert.de.
„Viele Anliegen betreffen Renten- und Gesundheitsfragen“, so der Abgeordnete. Auch zur Abwasser- und Straßenausbau- beiträgen erreichen ihn oft An- liegen von Bürgern, obwohl diese Problematik Sache von Land und Kommunen ist. Zahlreiche Anfragen habe es zu Nato-Einsätzen gegeben.
Dass man auch mit 71 Jahren nicht zu alt fürs Internet ist, beweist Dr. Peter Röhlinger. Er pflegt auf seiner Homepage Peter-Roehlinger.de ein eigenes Internet-Tagebuch, einen sogenannten Blog. Für die zügige Beantwortung von Anfragen wie auf Abgeordnetenwatch.de sorgt sein Wahlkreisbüro in Jena. Röhlinger formuliert seine Antwort mit dem Diktiergerät vor und Mitarbeiter Ingo Reimann stellt die Gedanken ins Netz. Zum Ärgernis wird das Internet allerdings dann, wenn massenweise Sammelmails verschickt werden. Zur Wahl des Bundespräsidenten fanden sich an einem Tag im Postfach 1693 Nachrichten. „Eine Heidenarbeit, die zu sortieren und zu löschen“, so Mitarbeiterin Sabine Dienemann.