20. Oktober 2015 Ralph Lenkert

Daimler kapituliert vor EU Kommission

Es ist mehr als enttäuschend, dass der Premium-PKW-Hersteller Daimler seine prinzipielle Ablehnung gegen R1234yf aufgibt", so Ralph Lenkert, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. "Das von der EU-Kommission gewährte Zeitfenster, um CO2 als Kältemittel zu implantieren, war selbst für Daimler zu knapp und so kapitulierte Daimler vor den Hardlinern in Brüssel. Die EU-Kommission wirft vorbeugenden Gesundheitsschutz über Bord und schützt stattdessen – dem Freihandelsabkommen TTIP  vorauseilend – die Gewinninteressen der amerikanischen Chemie-Riesen Honeywell und Du-Pont, die Patente zu R1234yf besitzen und ab 2017 über fünf Milliarden US-Dollar jährlich mit R1234yf verdienen wollen." Lenkert weiter:

"Das Gebaren der EU Kommission, die Sturheit, den Autoherstellern die Umrüstungszeit auf CO2 als Kältemittel zu verweigern, verhinderte, dass die anderen Autobauer mitzogen. Schade ist, dass auch VW nicht auf  CO2-Klimaanlagen gesetzt hat. Das wäre eine Chance gewesen, das Image des Konzerns nach dem Diesel-Gate zu verbessern.

Daimler traut dem Mittel R1234yf nach wie vor nicht und installiert – verantwortungsvoll für seine Premiumkunden – eine automatische Feuerlöschanlage in solchen PKW, die das Unternehmen aufgrund der Entscheidung der EU mit R1234yf ausliefern muss. Alle anderen Autonutzer müssen die Risiken von Vergiftungen durch Flusssäure und Carbonyldifluorid bei Autobränden tragen. Die EU spielt mit Menschenleben und beugt sich lieber dem Druck der US-Konzerne und den Autokonzernen, denen niedrige Kosten wichtiger sind als beste technische Lösungen mit größter Sicherheit. Die EU trägt damit die direkte Verantwortung für alle Gesundheitsschäden und Todesfälle, die durch die Brandgase des Kältemittels R1234yf auftreten werden."


Pressemitteilung von Mercedes-Benz, 20.10.2015:
Mercedes-Benz wird erste Fahrzeugmodelle mit CO2-Klimaanlage ausrüsten